Die 3 Säulen der Stiftung

Hauptteil

2. Sächsische Gewässertage

am 10.11.2005 in Dresden

Begrüßungsrede

des Stiftungsdirektors Bernd-Dietmar Kammerschen

Sehr geehrter Herr Staatsminister Tillich,
sehr geehrter Herr Dr. Jeschke,
sehr geehrte Herren Referenten,
meine sehr geehrten Damen und Herren!

Wasser ist eine essentielle Vorraussetzung für das Leben auf unserer Erde. Ohne Wasser wäre kein Leben entstanden und ohne Wasser könnte es auch nicht weiter existieren. Alle Lebensvorgänge auf der Erde können nur dann ablaufen, wenn Wasser vorhanden ist.

Wasser ist die wichtigste Ressource für die Menschheit und wird zum zentralen Element des 21. Jahrhunderts. Das Bewusstsein hierfür – für seine elementare Bedeutung - muss wachsen. Um einen Beitrag zu dieser Bewusstseinsbildung zu leisten, hat die Sächsische Landestiftung Natur und Umwelt im vergangenen Jahr in Kooperation mit dem Sächsischen Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft zum ersten Mal die Sächsischen Gewässertage durchgeführt. Die vergangenen Gewässertage standen in Leipzig ganz im Zeichen der Wasserrahmenrichtlinie, mit der Europa neue Wege im Gewässerschutz geht. Vertreter aus allen unmittelbar betroffenen Bereichen, wie Politik, Kommunen, Vereinen und Verbänden, Wirtschaft, Natur- und Landschaftsschutz fanden ein Forum, um diese neuen Wege zu diskutieren und eine Allianz aller beteiligten Partner zu schaffen.

In diesem Jahr stehen die nunmehr zweiten Sächsischen Gewässertage ganz im Zeichen des Hochwasserschutzes. Der Hochwasserschutz ist in Deutschland seit den katastrophalen Flutereignissen der vergangenen Jahre, ob an Elbe, Oder, Rhein, Donau oder an unzähligen kleineren Flüssen in das Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt. Im letzten Jahrzehnt häuften sich die so genannten Jahrhundert-Hochwasser und erst jüngst sind Flüsse und Bäche im Alpenraum weit über die Ufer getreten und haben Milliardenschäden verursacht.

Hochwasser ist jedoch grundsätzlich nichts Schlechtes, sondern vielmehr ein ganz natürliches Ereignis. Der Fluss braucht die natürliche Dynamik von Hoch- und auch von Niedrigwasser, um seinen Reichtum an Leben zu erhalten. Ohne die belebende Kraft des Hochwassers verlieren viele Tier- und Pflanzenarten ihren Lebensraum und können nicht bestehen.

Wasser bildet dynamische Systeme, die eine solche Kraft entfalten, dass sie ganze Landschaften gestalten können. So brauchen wir von uns nur einige wenige Kilometer elbaufwärts zu begeben und schon sind wir in einer einzigartigen vom Wasser geprägten - ja durch das Wasser entstandenen Landschaft - der Sächsischen Schweiz. Im Laufe der Zeit hat hier die Kraft des Wassers bizarre Formen in den Fels gewaschen, die den Menschen immer wieder von neuem faszinieren. Gegenüber dieser Faszination kann Wasser aber auch andere Gewalten entfalten, die den Menschen bedrohen und ganze Existenzen vernichten können. Existenzen, Häuser und Siedlungen, die dicht oder zu dicht ans Wasser gebaut wurden.

In seiner Siedlungsgeschichte hat der Mensch immer wieder nahe ans Wasser gebaut, um sich die Vorzüge des Wassers als Transportmedium, zur Energiegewinnung und als Nahrungsquelle zu Nutze zu machen. Schon seit Ende des vierten Jahrtausends v. Chr. hat man in Mesopotamien, dem Zweistromland zwischen Euphrat und Tigris, das Wasser mit Hilfe von Baumaßnahmen umgeleitet. Damit konnte man erstmalig die Felder effektiv bewässern und viele Menschen mit Nahrung versorgen. So konnten sich in der Nähe des Wassers erstmals auch größere Städte bilden.

Diesen anfänglichen ersten Baumaßnahmen folgten auch hier in Europa viele andere. Beispielsweise wurden Flüsse und Bäche begradigt und verrohrt, Ufer betoniert und Deiche angelegt. Damit wurde immer wieder in die natürliche Dynamik der Gewässer eingegriffen, diese eingeschränkt und vielerorts gänzlich unmöglich gemacht. Dass Wasser im menschlichen Siedlungsbereich immer häufiger als „unbesiegbare Naturgewalt“ auftritt, darf uns daher nicht verwundern.

Das Jahrhunderthochwasser in Sachsen liegt jetzt 3 Jahre zurück. Viel wurde daraus gelernt. Vieles ist seitdem geschehen, um vorzubeugen, damit sich so ein schweres Ereignis nicht noch einmal wiederholen kann.

Hochwasser lassen sich nicht verhindern, doch ihre ökologischen und wirtschaftlichen Schäden, können durch eine konsequente Vorsorge verringert werden. Wasser als Bestandteil des Naturhaushaltes und als Lebensraum für Tiere und Pflanzen zu bewahren, dem Menschen eine verantwortungsvolle Nutzung des Wassers zu vermitteln und vor den Gefahren des Wassers zu schützen, dazu wollen die Sächsischen Gewässertage ihren Beitrag leisten.

Ich wünsche Ihnen allen heute einen lebendigen Erfahrungsaustausch und einen informativen und bereichernden Hochwasserschutztag, der uns heute - ich denke trockenen Fußes - den Abend erreichen lässt.
Vielen Dank!

Programm und den Flyer zur EU-Wasserrahmenrichtlinie