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Bockwitz / Bergbaufolgelandschaft

Projektgebiet
Landkreis Leipzig
Erwerb
Dezember 2001
Größe
475,09 ha
Status
Naturschutzgebiet (NSG)
Flora-Fauna-Habitat (FFH)
Special Protected Area (SPA)
Betreuung
Ökologische Station Borna-Birkenhain e.V.

Naturschutzfachliche Bedeutung:

Nach dem Ende des Tagebaubetriebes wurde das Gebiet per Verordnung seiner natürlichen Sukzession überlassen. Daher konnten sich verschiedene Biotoptypen entwickeln, die Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten sind. Arten wie Golddistel, Sumpf-Sitter, Zwergfilzkraut und Rauhe Nelke besiedeln das durch verschiedene Sukzessionsstadien geprägte Gebiet. Durch Verknüpfung der Biotope zeichnet sich Bockwitz durch eine Avifauna von ca. 180 Arten aus, darunter Uferschwalben, Fischadler, Große Rohrdommel und Steinschmätzer, Baumfalke, Kuckuck, Rohrweihe, Goldammer und Drosselrohrsänger, Kranich und seit kurzem Purpurreiher.

Darüber hinaus bietet sich jedes Jahr im Herbst ein grandioses Naturschauspiel, wenn die nordischen Wildgänse ihren Schlafplatz aufsuchen, bevor sie weiter gen Süden ziehen.

 

Etwa ein Drittel der Fläche besteht heute aus Gewässern. Die dazugehörigen Kleingewässer, Tümpel und feuchten Wiesen schaffen neuen Lebensraum für Knoblauchkröte, Laubfrosch und Kammmolch.

 

Neben Seen und Wiesen verfügt die Fläche über Waldanteile aus 15 – 20 jährigen forstlichen Anpflanzungen. Durch Rutschungen, Abbrüche und Erosionen besitzt Bockwitz heute zum großen Teil sehr nährstoffarme bzw. humuslose Böden, bei denen kaum bodenbiologische Aktivitäten vonstattengehen. Die Regeneration des Bodens erfolgt durch die anhaltende natürliche Rückentwicklung und Neubesiedlung.

 

Aufgrund der besonderen Landschaftsstrukturen wird das Gebiet im Auftrag der Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) wissenschaftlich von mehreren Forschungseinrichtungen untersucht.

 

Als eines der größten NSG Sachsens, ausgewiesen als FFH- und SPA-Gebiet (NATURA 2000), besitzt die Fläche einen besonderen Schutzstatus von europäischem Rang.

 

Der Naturschutzfonds der LaNU sicherte durch den Erwerb der Fläche die langfristige Erhaltung und Entwicklung im Sinne des Naturschutzes.

Erhaltung und Entwicklung:

Das NSG „Bockwitzer See“ verfügt über ein Wegenetz, welches inzwischen für Fußgänger und Radfahrer zum Teil öffentlich zugänglich gemacht wurde. Geführte Exkursionen werden regelmäßig über die Ökologische Station Borna-Birkenhain angeboten.

 

Den Empfehlungen des Managementplanes folgend, wird heute nach Änderung der Rechtsverordnung ein großer Teil der Flächen zur Offenlandhaltung von Wildpferden (Koniks) und Rindern (Taurus)beweidet. Durch die kontrollierte, extensive und ganzjährige Beweidung werden die vorkommenden Arten und Lebensräume erhalten und weiter entwickelt. Es entsteht eine halboffene Landschaft mit Gehölzinseln.

 

Da die Wildpferde – abgesehen von wenigen Ausnahmen - auch in der vegetationsarmen Jahreszeit zwischen November und März nicht zugefüttert werden, fressen sie in diesen Monaten die weniger schmackhaften Pflanzenteile. Damit erfolgt eine wirkungsvolle Zurückdrängung der Gehölze, wodurch der halboffene Charakter der Landschaft erhalten werden kann.

Sophie Löbel

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