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Grabschütz / Bergbaufolgelandschaft

Projektgebiet
Landkreis Nordsachsen
Erwerb
Juni 2002
Größe
445,84 ha
Status
Special Protected Area (SPA)
Status
NABU Landesverband Sachsen e.V.
ortsansässiges Planungsbüro
Landschaftspflegeverband Nordwestsachsen e.V.

Naturschutzfachliche Bedeutung:

Nach der Beendigung des Kohleabbaus wurde das Gebiet weitgehend sich selbst überlassen. Vorwaldstadien stellten sich mit der Ansiedlung von Birke, Zitterpappel und Weide im Randbereich des Sees ein. Auch Sumpf-Sitter, Strandsimse, Echtes Tausendgüldenkraut, Lupine, Landreitgras und Huflattich kommen in diesem Gebiet vor.

Von der artenreichen Vegetation und Komplexität des Gebietes profitiert auch die Vogelwelt. So kommen Garten- und Grauammer, Pirol, Brachpieper, Braunkehlchen, Steinschmätzer, Feldlerche und Kiebitz vor. Sie finden in Grabschütz optimale Vorraussetzungen zum Rasten und Brüten.

 

Der Schilfbereich am Grabschützer See ist Lebensraum eines Rohrdommelpärchens. Die Große Rohrdommel bevorzugt große, nicht zu dichte Schilfbestände mit gutem Nahrungsangebot (kleine Fische, Amphibien und Insektenlarven). Ihr Revier erstreckt sich weitläufig entlang von Seen oder in Buchten.

 

Durch den Grundwasseranstieg werden sich der Grabschützer See und die angrenzenden Flächen weiterentwickeln. Experten schätzen, dass der See etwa im Jahr 2022 seinen Mittelwasserstand erreichen wird und dann bis zu 23 Meter tief sein kann.

 

Der Naturschutzfonds der LaNU sicherte durch den Erwerb die langfristige Erhaltung und Entwicklung der Fläche im Sinne des Naturschutzes.

 

Erhaltung und Entwicklung:

Der Grabschützer See wird umgeben von einem ca. sieben Kilometer langen Wanderweg. Dort sind insgesamt 17 Informationstafeln aufgestellt, die über Flora, Fauna, die Geschichte der Region und den Bergbau berichten.

 

Mehr Informationen zum Naturlehrpfad

Um den Anforderungen der Pflege- und Entwicklungsplanung des SPA-Gebietes gerecht zu werden und den Offenland liebenden Arten ihren Lebensraum zu sichern, weiden auf etwa 20 ha Grünland Schottische Hochlandrinder. Sie verhindern eine zunehmende Verbuschung der Fläche und fördern durch selektives Fressverhalten eine ausgeglichene Vegetation.

  

Zudem wurden an 5 verschieden Standorten Steinhaufen mit Nisthilfen zur Wiederansiedlung des Wiedehopfes angelegt und weitere Nistkästen, z.B. für Eule und Waldkautz, angebracht.

Sophie Löbel

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