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Weinbergböschungen mit artenreichem Trocken-/Halbtrockenrasen

Trocken- und Halbtrockenrasen - Biotope zeichnen sich besonders durch ihre trockenen, nährstoffarmen Standorte aus. Oft sind es südlich exponierte Hänge, an denen das Niederschlagswasser schnell abgeführt wird oder verdunstet. Durch die natürlichen Bedingungen ist die Entwicklung der Bodenprofile niedrig und die Nährstofflieferung nur gering.

Funktionsweise am Burgberg

Die Böschungen der Weinbergterrassen sind durch ihre hohe Sonneneinstrahlung besonders für Pflanzenarten der Trocken- und Halbtrockenrasen geeignet.

 

Im Zusammenhang mit der Rekonstruktion unseres Weinberges 2010 wurde der vorhandene Mutterboden vollständig entfernt und nach der Setzung der Trockenmauern wieder aufgearbeitet eingebracht. Wobei auf die für Weinbergterrassen üblichen Wechsel zwischen Böschung und Rebengang geachtet wurde.

Um das Wachstum, beziehungsweise die Entwicklung der Trocken- und Halbtrockenrasen zu fördern und Erosionen zu vermeiden, wurden auf dem aufgebrachten Boden spezielle gebietsheimische (autochthone) Saatgutmischungen, mit den für die Weinberge des Elbtals typischen Kräutern und Gräsern, angesät.

So konnte in kurzer Zeit auf einer Fläche von 447 qm ein künstlich entwickeltes Biotop entstehen, welches, im Vergleich zu den viele Jahre gewachsenen Trocken- und Halbtrockenrasen - Biotopen, einen feuchteren und nährstoffreicheren Standort hat.

 

Grund hierfür ist die traditionelle Bewirtschaftung und ebenso der moderne ökologische Weinbau. Eine regelmäßige Tröpfchenbewässerung begünstigt die Bodenfeuchte und wirkt so auch besonderen Trockenperioden im Sommer entgegen. Die Einbringung ausschließlich natürlicher organischer oder mineralischer Düngemittel verbessert zusätzlich die Ertragsfähigkeit des Bodens. Wodurch die benötigten Nährstoffe von den Rebstöcken aufgenommen werden können und der unerwünschte Austrag in benachbarte Flächen und in das Grundwasser weitgehend unterbleibt. Beikräuter, die mit den Weinreben um Nährstoffe und Wasser konkurrieren, werden mechanisch entfernt. Dies schont unproblematische oder sogar für den Weinbau förderliche Pflanzenarten und trägt zur Artenvielfalt der Pflanzen und Tiere im Weinberg gleichermaßen bei.

 

Ein Trocken-und Halbtrockenrasen - Biotop im engeren Sinn ist auf dem Burgberg Meißen nicht anzufinden. Die Anfänge dafür wurden jedoch geschaffen. In den kommenden Jahren wird sich hier eine natürliche Vegetationsgesellschaft unter den Rahmenbedingungen des bewirtschafteten Weinbergs entwickeln.

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