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Flussperlmuschelzuchtstation

Die Flussperlmuschel ist eine europaweit im Bestand stark gefährdete Tierart, die auf der Roten Liste der Bundesrepublik Deutschland als „vom Aussterben bedroht“ eingestuft ist. Die letzten drei Vorkommen im Freistaat Sachsen existieren im Vogtland und haben inzwischen ein Alter erreicht, das eine natürliche Populationsentwicklung nicht mehr gewährleistet.
Zur Erhaltung der Flussperlmuschel im Dreiländereck Bayern-Böhmen-Sachsen wird seit Jahren die halbnatürliche Nachzucht erfolgreich praktiziert. Auch in Sachsen konnten 2006 bereits erste Jungmuscheln ausgewildert werden. Für eine erfolgreiche Fortsetzung der Bemühungen war jedoch zwingend die Errichtung einer Station erforderlich.

Das 2007 erworbene alte Bauernhaus im Raunerbachtal wurde aufgrund seiner Nähe zum benachbarten „Perlbach“ (Wasserentnahmestelle) und seiner infrastrukturellen Anbindung von den örtlichen Akteuren als besonders geeignet eingestuft und daraufhin auf deren Bitte vom Naturschutzfonds der LaNU erworben.
Am 16. Mai 2012 konnte mit der „Fischhälterung“ der 1. Bauabschnitt abgeschlossen, an den Vogtlandkreis übergeben und mit der Muschelnachzucht begonnen werden.
Das erforderliche Wasser zur Haltung infizierter Bachforellen (Wirtsfisch) zur Gewinnung der Glochidien wird über eine Entnahmestelle aus dem Raunerbach gepumpt und über einen Kreislauf mit geeigneten Filtermedien dem Bach wieder zurückgeführt.
Um die Flächennutzung im Einzugsgebiet der Perlbäche einzugrenzen, wurden weitere umliegende Flächen im FFH-Gebiet „ Raunerbach- und Haarbachtal“ erworben. Sie besitzen somit einen Schutzstatus von europäischem Rang.

Erhaltung und Entwicklung:

Zur Erhaltung der Flussperlmuschel im Vogtland wurde am 18.01.2012 eine Kooperationsvereinbarung mit dem Vogtlandkreis, dem Anglerverband Südsachsen e.V., dem Zweckverband Naturpark Erzg./Vogtl. und dem Natur- und Umweltzentrum Vogtland e.V. (NUZ) abgeschlossen.
Ziel ist die Erhaltung der bestehenden Bestände und Kontrolle der Gewässerqualität (Anglerverband), die Durchführung von Projekten zur Verbesserung der Gewässerqualität (Naturpark), die Gewährleistung der halbnatürlichen Nachzucht (Vogtlandkreis) in der Muschelzuchtstation (LaNU-NSchF) sowie die Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung (NUZ).
Durch den Erwerb der Flächen und der bereits durchgeführten sowie noch folgenden Maßnahmen soll das Überleben der Flussperlmuschel und die Stabilisierung und Verjüngung der Bestände langfristig gesichert werden.

Tatjana Röther

Sächsische Landesstiftung Natur und Umwelt
Riesaer Straße 7
01129 Dresden

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