Die 3 Säulen der Stiftung

Hauptteil

Eröffnungsrede

Bernd Dietmar Kammerschen
Stiftungsdirektor der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt

Als Stiftungsdirektor der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt begrüße ich Sie herzlich zur heutigen Preisverleihung. Ich möchte mich zunächst für die ausgezeichnete Zusammenarbeit mit der Sächsischen Akademie der Künste und dem Unternehmen Vattenfall bedanken. Dank auch an das Staatsweingut Schloss Wackerbarth - liebe Frau Schilg, schön dass Sie heute mit dabei sind - Sie sind nicht nur Mitglied unseres Förderkomitees, sondern Sie bieten uns auch für die heutige Preisverleihung wieder einen würdigen Rahmen. Herzlichen Dank!

Meine Damen und Herren,
es gibt Architekturpreise - und es gibt Umweltpreise. Aber einen Architekturpreis, der - wie es im Statut zu unserer Preisverleihung festgelegt ist - "herausragende Leistungen der Baukultur und räumlichen Entwicklung unter besonderer Berücksichtigung ökologischer Verträglichkeit" würdigt, gibt es bisher noch nicht. Und so bin ich heute zugleich stolz und dankbar, dass sich drei Partner - die Sächsische Landesstiftung Natur und Umwelt, die Sächsische Akademie der Künste und Vattenfall Europe Mining & Generation - zusammen gefunden haben, um alle zwei Jahre gemeinsam den Gottfried Semper Architekturpreis zu verleihen. Dieser Preis ist mit 25.000 Euro dotiert und hat sich - nicht nur deshalb - schnell zu einem begehrten Architektur-Preis im deutschsprachigen Raum entwickelt.
Unser Preis trägt den Namen Gottfried Sempers, einer der bedeutendsten Architekten Europas. Semper bahnte den Weg aus dem Historismus des 19. Jahrhunderts in die Moderne. Als genialer Schöpfer von Theatergebäuden und monumentalen Museen, als ein in allen Baugattungen erfahrener Baumeister und als umfassend gebildeter Theoretiker hat er die Architekturgeschichte geprägt.
Mit dem Gottfried Semper Architekturpreis wollen wir eine deutsche Architektenpersönlichkeit würdigen, deren Werk sich durch besondere Qualitäten nachhaltigen Bauens auszeichnet. Bei der Beurteilung haben Findungskommission und Kuratorium dieses Preises insbesondere Aspekte der Architekturqualität, der städtebaulichen Einbindung, des Landschaftsbezuges sowie des klima-, ressourcen- und flächenschonenden Bauens herangezogen.
"Berücksichtigung ökologischer Verträglichkeit", so lautet unsere Maßgabe an die Findungskommission und dies bedeutet nichts anderes als eine Baukultur zu fördern, die dem Nachhaltigkeitsprinzip folgt.
Ich darf daher noch einmal daran erinnern, was "nachhaltige Entwicklung" bedeutet:
Es bedeutet, nur so viel an Ressourcen zu verwenden, dass künftige Generationen an unserem heutigen Lebensstil nicht zu leiden haben und zwar in jeglicher Hinsicht, ökologisch, ökonomisch und sozial. Eine große Aufgabe!
Können wir uns das heute, unter den derzeitigen wirtschaftlichen Bedingungen, eigentlich leisten?
Ich sage ja - und wir sollten dies auch ganz bewusst tun. Denn besonders in der gegenwärtigen Wirtschafts- und Finanzkrise werden letztendlich nur solche Investitionen wirtschaftlich sein können, die dem Nachhaltigkeitsprinzip folgen. Insofern kann und muss Umweltschutz tatsächlich wegweisend für unsere Gesellschaft sein.
Sicher ist aber eines: Umweltorientiertes Bauen ist fortschrittliches Bauen, denn es hat die Zukunft unserer Gesellschaft im Blick und damit eine dauerhafte Mensch-Umwelt-Beziehung vor Augen. Das Wort "fortschrittlich" können wir da durchaus wörtlich nehmen im Sinne von Voranschreiten. Und genau hier liegt unser gemeinsamer Ansatz für den Gottfried Semper Architekturpreis. Es sollen gerade solche Planerinnen und Planer gewürdigt werden, die wirklich wegweisend sind und uns und anderen damit zum Vorbild werden.
Freiwillig mehr tun, als es nach Recht und Gesetz notwendig ist, das braucht Kraft und Durchhaltewillen. Dazu gehören eine entsprechende innere Überzeugung und der feste Wille, unsere Gesellschaft verantwortlich voranzubringen.
Mit diesem Preis wollen wir die Aufmerksamkeit für solche Vorbilder erhöhen. Denn - wie wir alle wissen - freiwilliges Engagement wird immer noch viel zu wenig gewürdigt. Vorkämpfer haben es vielfach schwer. Deshalb haben wir im Jahre 2007 Herrn Prof. Erich Schneider-Wessling - auch er ist heute unter uns - erstmals mit diesem Preis ausgezeichnet.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, wir freuen uns, heute zum zweiten Mal den Gottfried Semper Architekturpreis zu vergeben!
Diesmal an Herrn Prof. Günter Pfeifer!
Günter Pfeifer gelang es - gleichsam als Pionier - schon frühzeitig, herausragende Architektur mit ökologisch sinnvollen Lösungen zu verbinden. Bereits im Jahr 1976 entstanden seine ersten energetisch optimierten Bauten. Günter Pfeifer ist aus unserer Sicht derjenige Architekt, der weltweit am konsequentesten das energetische Bauen umgesetzt hat. Er zeigt, wie man mit Nutzung natürlicher Quellen wie solarer Einstrahlung und Erdwärme bzw. Erdkühle energieeffiziente Gebäude entwerfen und realisieren kann.
Ich freue mich, sehr geehrter Herr Professor Pfeifer, dass wir heute Abend gerade Sie mit dem Gottfried Semper Architekturpreis auszeichnen und damit den Blick einer breiten Öffentlichkeit, aber auch den speziellen Fokus von Bauherren und Architekten, besonders auf Vorbilder wie Sie lenken können. Es erscheint uns wichtig, darauf aufmerksam zu machen, dass es neben der Wärmedämmung noch weitere intelligente Ansätze gibt, mit einfachen Mitteln Energie zu sparen.
Deshalb sind wir sehr froh darüber, diesen Preis gemeinsam mit der Sächsischen Akademie der Künste und Vattenfall heute an Sie zu verleihen! Vattenfall Europe Mining & Generation, die alle zwei Jahre den Preis stiften, möchte ich noch einmal ganz herzlich dafür danken.
Mit Vattenfall verbindet uns als Sächsische Landesstiftung eine mehrjährige konstruktive Zusammenarbeit, die uns bisher stets zu guten praktischen Ergebnissen geführt hat. Herzlichen Dank dafür besonders an Sie, lieber Herr Dr. Zeiß!
Nicht zuletzt lassen Sie mich im Namen aller Partner einen besonderen Dank an die Findungskommission für diesen Preis, an Herrn Prof. Thomas Sieverts, Herrn Clemens Deilmann und Herrn Prof. Carlo Weber aussprechen, die aus unserer Sicht einmütig einen hervorragenden Vorschlag gemacht haben, dem sich das Kuratorium dann einstimmig anschließen konnte.
Vielen herzlichen Dank möchte ich auch allen Helfern hinter den Kulissen sagen, die diese Preisverleihung wieder mit großer Professionalität und viel Engagement vorbereitet haben!
Meine sehr geehrten Damen und Herren!
Ich übergebe das Wort nun an den Präsidenten der Sächsischen Akademie der Künste, Herrn Prof. Udo Zimmermann.
Glückauf!