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15.05.2018
Pressemitteilungen

Die Flussperlmuschel-Zuchtstation in Bad Brambach/OT Raun öffnet am 26.05.2018 wieder ihre Pforte für Naturinteressierte jeden Alters, die den Muschelnachwuchs einmal mit ihren eigenen Augen sehen wollen. Zu diesem Anlass wird außerdem ein Erlebnispfad über die seltene Flussperlmuschel eingeweiht, die im Fokus des vom Bundesforschungsministerium (BMBF) und Bundesumweltministerium (BMU) gemeinsam geförderten Projektes „ArKoNaVera“ steht. 


Im Jahr des zwanzigjährigen Bestehens der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt (LaNU) freuen sich die Veranstalter besonders, zum beliebten Tag der offenen Tür mit einer neuen Attraktion locken zu können: Der Erlebnispfad über die Flussperlmuschel wird eingeweiht. Er bietet den Besucherinnen und Besuchern die Möglichkeit, die Biologie und den Lebensraum dieser außergewöhnlichen Muschel in der Landschaft zu erkunden und mehr über ihre kulturhistorische Nutzung sowie aktuelle Schutzbemühungen zu erfahren. Beate Groh vom Umwelt- und Naturschutzzentrum Pfaffengut Plauen e. V. führt ab 11.30 Uhr auf einem Spaziergang in die sechs Stationen ein, die in Zukunft das bestehende Umweltbildungsangebot bereichern werden, das für Kindergärten und Schulklassen entgeltfrei angefragt werden kann.

Zum Tag der offenen Tür haben Familien zahlreiche Möglichkeiten, sich spielerisch mit der Flussperlmuschel und den vogtländischen Gewässern zu beschäftigen. Außerdem werden den Besucherinnen und Besuchern eine Ausstellung sowie Filme zur Ökologie und zum Schutz der Flussperlmuschel geboten. Das Perlmuttermuseum Adorf zeigt ergänzend Exponate aus der ehemaligen Perlmutterfabrikation im Vogtland.

Darüber hinaus werden Forscherinnen und Forscher der TU Dresden am 26.05.2018 über Ergebnisse im Projekt „ArKoNaVera“ berichten.

Das Vorhaben wurde dieses Jahr im Rahmen der UN-Dekade für Biologische Vielfalt ausgezeichnet. Es wird gemeinsam durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) sowie durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Das BMBF fördert dieses Projekt als Forschung für Nachhaltige Entwicklungen (FONA). Acht Partner aus Forschung und Naturschutzpraxis in Sachsen und Bayern arbeiten daran, den Schutz stark bedrohter Flussmuscheln erfolgreicher zu gestalten. Das Vogtland, in dem die Flussperlmuschel einst weit verbreitet war, ist im Freistaat Sachsen das wichtigste Gebiet für den Erhalt dieser Tierart. 

Programm an der Flussperlmuschel-Zuchtstation 26.05.2018:

11.00 – 17.00 Uhr    Entdeckungen und Spiele am Gewässer für die ganze Familie 

11.30 Uhr               Einweihung des Erlebnispfades Flussperlmuschel, Führung mit Beate Groh, Pfaffengut Plauen e. V.

11.00 – 15.00 Uhr    Besichtigung der Zuchtanlage und der Jungmuscheln, Untere Naturschutzbehörde des Vogtlandkreises

15.00 Uhr               Gemeinsam für den Muschelschutz: aktuelle

Forschung und Naturschutzpraxis im Vogtland, Vortrag von Jana Schneider und Felix Grunicke, TU Dresden


Für das leibliche Wohl ist gesorgt, der Eintritt ist frei.

Parkmöglichkeiten gibt es am südlichen Ortseingang von Sohl ca. 500 m von der B 92 (linkerhand am gelb markierten Wanderweg). Von dort erreicht man nach ca. zehn Minuten Fußweg auf einem ausgeschilderten Wanderweg die Flussperlmuschel-Zuchtstation (siehe Karte auf Plakat). 

Hintergrund: 

Im sächsischen Vogtland, dem Verbreitungsschwerpunkt der Flussperlmuschel (Margaritifera margaritifera) in Sachsen, engagieren sich Naturschützer seit Jahrzehnten für den Erhalt der europaweit gefährdeten Muschel. Mit dem seit Mitte 2015 laufenden Bundesprojekt „ArKoNaVera“ werden diese Bemühungen fortgesetzt. Das Projekt wird von der TU Dresden koordiniert. Die Sächsische Landesstiftung Natur und Umwelt (LaNU) und der Vogtlandkreis sind als regionale Partner vor Ort aktiv. Sie setzen sich unter anderem dafür ein, Gewässer und ihre Einzugsgebiete zu renaturieren sowie weitere Muschelbestände zu züchten und auszuwildern, damit die Art sich langfristig wieder selbst vermehren kann. 

Für die Muschelzucht werden Bachforellen im Spätsommer mit Larven der Muscheln beimpft. Nach ihrer Überwinterung in einer Fischzuchtanlage werden sie in die Muschelzuchtstation überführt, wo im Frühjahr des Folgejahres nach Abschluss der Metamorphose die etwa 0,4 mm kleinen Jungmuscheln von den Kiemen der Wirtsfische abgestoßen werden. Im Anschluss werden die Muscheln noch einige Jahre in Spezialkäfigen gehalten und betreut, bevor sie mit ca. 1 cm groß genug sind, um in ausgewählten Bachabschnitten wieder ausgesetzt zu werden. 

Kontakt:

Förderverein Pfaffengut Plauen e.V.

Beate Groh

pfaffengut.plauen@t-online.de

Tel: 03741 522897

http://www.pfaffengutplauen.de/index.php

Sächsische Landesstiftung Natur und Umwelt 

Andrea Gößl

Pressesprecherin

Andrea.Goessl@lanu.sachsen.de

Tel. 0351 81416 757

Dr. Franziska Jecke

Projektmitarbeiterin ArKoNaVera

Franziska.Jecke@lanu.sachsen.de 

Tel: 0351 81416 610 




Vollständiger Projekttitel (ArKoNaVera): „Umsetzung regionaler Schutzmaßnahmen und Entwicklung eines neuen überregionalen
Artenschutzkonzeptes für die nationalen Verantwortungsarten: Flussperlmuschel (Margaritifera margaritifera) und Malermuschel (Unio pictorum)“

 

Muscheln helfen Ihrem Wasser.
 Wir helfen Muscheln.

Internetseite Verbundprojekt ArKoNaVera: http://www.flussmuscheln.de/

Projektsteckbrief – Der Projektträger informiert: http://www.nbs-forschung-umsetzung.de/285.php

Bundesprogramm Biologische Vielfalt: www.biologischevielfalt.de/bundesprogramm.html

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