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04.06.2020
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Der sächsische Umweltminister, Wolfram Günther, startete am 28.05.2020 die Auswilderung von mehr als 1.300 Flussperlmuscheln im Vogtland. Schauplatz war die von der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt (LaNU) errichtete Flussperlmuschel-Zuchtstation in Bad Brambach. Hier werden seit vielen Jahren Muscheln nachgezüchtet. Die 2020 zur Auswilderung ausgewählten Muscheln sind inzwischen 5-7 cm groß. Sie werden nun nach bis zu zwanzigjähriger Aufzucht und Pflege durch Mitarbeiter des Vogtlandkreises in ausgewählte sogenannte Perlbäche entlassen. 


Vor der Auswilderung informierten die Mitarbeiter im Projekt ArKoNaVera (hier Thomas Findeis, Amt für Umwelt des Vogtlandkreises) den Minister ausführlich über den Ablauf der Nachzucht in der Station.

Foto: SMEKUL


Umweltminister Günther machte sich ein Bild von den Bachforellen in der Zuchtstation, die den Flussperlmuscheln als Wirtsfische dienen.

Foto: SMEKUL


Das ArKoNaVera-Projektteam erläutert am Infopunkt Flussperlmuschel die verschiedenen Hälterungssysteme, in denen die Muscheln nach den ersten Monaten in der Zuchtstation direkt in verschiedenen Gewässern weiter aufgezogen werden. Auch Andreas Heinz (MdL), Mitglied im Stiftungsrat der LaNU, hat die Auswilderung begleitet.

Foto: LaNU


Alle Muscheln sind individuell markiert, so dass bei einer späteren Inventur genau ermittelt werden kann, wie viele Muscheln überlebt haben, und wie viel sie gewachsen sind.

Foto: SMEKUL


Nach der Auswilderung konnte Minister Günther die Tiere, die er in den Bach gesetzt hatte, noch durch ein Aquascope beim Eingraben in das Bachbett beobachten.

Foto: SMEKUL


Die sächsischen Projektpartner von ArKoNaVera setzen große Hoffnungen darauf, dass die 2020 ausgewilderte Nachzucht so lange gepflegt werden konnte und nun schon fortpflanzungsfähig ist. Das unterscheidet diese Auswilderung von den bisherigen Aktionen dieser Art in Sachsen und anderen Perlmuschelgebieten in Deutschland. Jede der nun in die Freiheit entlassenen weiblichen Muscheln kann in unseren Breiten bis zu 80 Jahre alt werden und bis an ihr Lebensende etwa 100 Millionen Larven in die vogtländischen Perlbäche entlassen.


Da die Flussperlmuschel als Leitart für viele Arten und Indikator für eine sehr gute Gewässerqualität gilt, ist Minister Günther überzeugt: „Geht es der Flussperlmuschel gut, geht es auch anderen Arten gut.“

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