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23.08.2019
Pressemitteilungen

Die Sächsische Landesstiftung Natur und Umwelt (LANU) und der Verein Aqua et Natura Reichenbach e.V. zeigen gemeinsam die Ausstellung über Biologie, Schutz und kulturhistorische Nutzung der Perlmuschel im Vogtland. Die Ausstellung ist vom 3. September bis 15. Dezember 2019 am Wochenende von 14 – 16 Uhr und nach Vereinbarung geöffnet. Die Besucherinnen und Besucher erwartet im „Alten Wasserwerk“ im Reichenbacher Park der Generationen außerdem aktuelles Filmmaterial zum Schutz der Perlmuschel und anderer Naturschätze im Vogtland. 


Ausstellungseröffnung:    

„Flussperlmuschel - Ein Tier von höchstem Wert im Dreiländereck Bayern-Böhmen-Sachsen“


Vortrag:                    

3. September, 17.00 Uhr

„Gemeinsam für die Flussperlmuschel: aktuelle Forschung und Naturschutzpraxis im Vogtland“, 

Thomas Schiller, TU Dresden


Ort: 

Altes Wasserwerk im Park der Generationen

Wiesenstraße, 08468 Reichenbach/Vogtland


Ansprechpartner vor Ort:

Verein Aqua et Natura Reichenbach e.V. 

Wolfgang Michel, Telefon 0152/59347390


Die Flussperlmuschel ist ein faszinierendes Tier und durch die historische Perlmutter-verarbeitung mit dem Vogtland kulturell fest verwurzelt. Gemeinsam mit vielen ande-ren Institutionen engagiert sich die LaNU seit vielen Jahren für den Schutz dieser be-drohten Muschelart. Im Rahmen des vom Bundesumweltministerium (BMU) und Bun-desforschungsministerium (BMBF) gemeinsam geförderten Projektes „ArKoNaVera“ zum Schutz von Flussmuscheln in Bayern und Sachsen hat die LaNU ihre Wanderaus-stellung „Flussperlmuschel - Ein Tier von höchstem Wert im Dreiländereck Bayern-Böhmen-Sachsen“ aktualisiert.


Weitere Möglichkeiten, die Flussperlmuschel zu entdecken, bieten zum Beispiel:

•    Die thematischen Umweltbildungsangebote des Pfaffengut Plauen, die für Kindergärten

     und Schulen kostenfrei angefragt werden können. 

     Kontakt: Beate Groh, www.pfaffengutplauen.de.

•    Der „Erlebnispfad Flussperlmuschel“, der auf knapp 2 km Länge vom DB-Haltepunkt Sohl        (Bad Elster/OT Sohl) zur Flussperlmuschel-Zuchtstation in Bad Brambach/OT Raun,              Rauner Grund 14 führt.


Hintergrund: 

Im Vorhaben „ArKoNaVera“ arbeiten acht Partner aus Forschung und Naturschutzpra-xis in Sachsen und Bayern noch bis Mitte 2021 daran, den Schutz stark bedrohter Flussmuscheln erfolgreicher zu gestalten. Das Vogtland, in dem die Flussperlmuschel einst weit verbreitet war, ist im Freistaat Sachsen das wichtigste Gebiet für den Erhalt dieser Tierart.


Im sächsischen Vogtland, dem Verbreitungsschwerpunkt der Flussperlmuschel (Margariti-fera margaritifera) in Sachsen, engagieren sich seit Jahrzehnten viele Menschen haupt- und ehrenamtlich für den Erhalt der europaweit gefährdeten Muschel. Mit dem seit Mitte 2015 laufenden Bundesprojekt „ArKoNaVera“ werden diese Bemühungen fortgesetzt. Das Projekt wird von der TU Dresden koordiniert. Die Sächsische Landesstiftung Natur und Umwelt (LaNU) und der Vogtlandkreis sind als regionale Umsetzungs-Partner vor Ort ak-tiv. Sie setzen sich unter anderem dafür ein, Gewässer und ihre Einzugsgebiete zu rena-turieren sowie weitere Muschelbestände zu züchten und auszuwildern, damit die Art sich langfristig wieder selbst vermehren kann.  

Für die Muschelzucht werden Bachforellen im Spätsommer mit Larven der Muscheln beimpft, die ihre erste Lebensphase parasitär an den Kiemen der Fische verbringen. Nach ihrer Überwinterung in einer Fischzuchtanlage werden sie in die Muschel-Zuchtstation überführt, wo im Frühjahr des Folgejahres nach Abschluss der Metamorphose der Larven die etwa 0,4 mm kleinen Jungmuscheln von den Kiemen der Wirtsfische abgestoßen werden. Im Anschluss werden die Muscheln noch einige Jahre in Spezialkäfigen gehalten und betreut, bis sie mit
ca. 1 cm groß genug sind, um in ausgewählten Bachabschnitten wieder ausgesetzt zu werden.

 

„ArKoNaVera“ wird gemeinsam durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) sowie durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Das BMBF fördert dieses Projekt als Forschung für Nachhaltige Entwicklung (FONA). 

Im Jahr 2018 wurde das Projekt im Rahmen der UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet


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