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Deutzen / Bergbaufolgelandschaft
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Deutzen / Bergbaufolgelandschaft

Projektgebiet
Landkreis Leipzig
Erwerb
Dezember 2003
Größe
141,57 ha
Status
Fauna-Flora-Habitat (FFH)
Special Protected Area (SPA)
Betreuung
Ökologische Station Borna-Birkenhain e.V.

Naturschutzfachliche Bedeutung:

Das Gebiet zeigt deutlich den Charakter eines ehemaligen Tagebaugeländes, besteht aber aus zwei Ascheeinspülbecken. Durch den starken Eingriff in die Natur fand ein Vegetationswechsel statt. Heute sind Schuttpflanzengesellschaften für das Gebiet prägend.

 

Durch den ansteigenden Wasserspiegel entwickeln sich Feuchtbiotope, die zahlreichen Pflanzen- und Tierarten Lebensraum bieten. Als geschützte Pflanzenarten konnte unter anderem Tausendgüldenkraut nachgewiesen werden. An einigen Stellen findet man auch kleine Abschnitte eines Halbtrockenrasens mit dementsprechend charakteristischen Pflanzenarten.

 

Auf den Offenland- und Sukzessionsflächen sind zahlreiche Vogel-, Säugetier-, Amphibien- und Insektenarten anzutreffen, u.a. Laubfrosch, Kranich, Moorochse und Silberreiher. Die Vielzahl von Insekten, wie Schmetterlinge, Schwebfliegen, Libellen und Laufkäfer ist auf den großen Anteil der blühenden Pflanzenarten im Gebiet zurückzuführen.

 

Besondere Bedeutung besitzt das Gebiet für den Vogelschutz. In der Vergangenheit konnten regelmäßig Brutbestände des Wachtelkönigs nachgewiesen werden. Darüber hinaus bietet sich jedes Jahr im Herbst ein grandioses Naturschauspiel, wenn die nordischen Wildgänse ihren Schlafplatz aufsuchen, bevor sie weiter gen Süden ziehen.

 

Da die Fläche im FFH-Gebiet liegt, besitzt sie einen besonderen Schutzstatus von europäischem Rang.

 

Durch den Erwerb sicherte der Naturschutzfonds der LaNU den langfristigen Erhalt der Fläche im Sinne des Naturschutzes.

 

Erhaltung und Entwicklung:

Zur Erhaltung Offenland liebender Arten und deren Lebensräume war es zwingend erforderlich, der fortschreitenden Verbuschung auf der Fläche Einhalt zu gebieten.

 

Im Jahr 2010 verpachtete die LaNU-NSchF das Gebiet großräumig zur extensiven, ganzjährigen Beweidung mit Wildpferden (Koniks) an die Agrar GmbH Crawinkel. Die Wildpferde befinden sich im Eigentum der LaNU-NSchF und wurden der Agrar GmbH durch Leihvertrag zur Verfügung gestellt.

 

Da die Wildpferde – abgesehen von wenigen Ausnahmen - auch in der vegetationsarmen Jahreszeit zwischen November und März nicht zugefüttert werden, fressen sie in dieser Zeit die weniger schmackhaften Pflanzenteile. Damit erfolgt eine wirkungsvolle Zurückdrängung der Gehölze, wodurch der halboffene Charakter der Landschaft erhalten werden kann.

 

Ein Wander- und Fahrradweg führt zwischen den Weideflächen zu einer Aussichtshütte. Von dort kann man ungestört Vögel beobachten oder die neugierigen Koniks „hautnah“ erleben.

 

Sophie Löbel

Sächsische Landesstiftung Natur und Umwelt
Riesaer Straße 7
01129 Dresden

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+49 (0)351 - 81 41 67 75
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