Tag der Flüsse: Artenvielfalt entdecken und neue Probleme der Mulde hautnah erfahren
Seit 2005 wird international der Tag der Flüsse als ein jährliches globales Ereignis am vierten Sonntag im September gefeiert. Der diesjährige sächsische Aktionstag zum Internationalen Tag der Flüsse findet am 1. Oktober 2026 im Schlosspark Wechselburg (Kreis Mittelsachsen) statt. Eingeladen sind sächsische Schüler der Klassenstufen sieben, acht und neun aus regionalen Schulen. Sie können sich in dem historischen Landschaftspark über das Leben an und in der Mulde, seine Artenvielfalt, den Gewässerschutz und den Umgang mit Hochwasser informieren.
Der fächerübergreifende Projekttag wird vom Sächsischen Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL), der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt (LaNU), der Landestalsperrenverwaltung (LTV), dem Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) sowie der Betriebsgesellschaft für Umwelt und Landwirtschaft (BfUL) organisiert .
Der Projekttag
Ziel der Veranstaltung ist, die junge Generation mit allen Sinnen an das Ökosystem „Fluss“ heranzuführen. An dem Umweltbildungs-Aktionstag nehmen Schulklassen der ortsansässigen Schulen Freies Gymnasium Penig und Evangelische Oberschule Lunzenau teil. Sie nehmen an sieben verschiedenen Stationen mit fächerübergreifenden Aktionen die Zwickauer Mulde genauer unter die Lupe. So lernen sie zum Beispiel Barben, Flussbarsche und Döbel hautnah kennen. Mit dem Umweltmobilen der LaNU können sie Kleinstlebewesen unter dem Mikroskop betrachten oder die Wasserqualität der Mulde analysieren. In Zusammenarbeit mit der Flussmeisterei wird Hochwasserschutz zum praktischen Thema: hier packen die Jugendlichen selber beim Befüllen und Stapeln von Sandsäcken an.
Mittlerweile ist gut bekannt, dass eine Vielzahl von Stoffen nach der Nutzung ins Abwasser und auch in die Gewässer gelangen. Welche Stoffe sind das, zu welchen neuen Problemen können sie führen und wie kann man deren Eintrag verringern? Auch mit diesen Fragen werden sich die Schüler an dem Aktionstag beschäftigen.
Entlang der sächsischen Gewässer hat sich ein Neophyt – der Japanische Staudenknöterich – stark ausgebreitet und verdrängt die einheimische Ufervegetation, so auch an der Zwickauer Mulde im Schlosspark Wechselburg. Unter fachgerechter Anleitung werden die Schüler und Schülerinnen mithelfen, die invasive Art zu beseitigen.
Warum braucht es den Tag der Flüsse?
Seit 2005 findet jährlich am vierten Sonntag im September der Internationale Tag der Flüsse statt. An diesem Tag soll weltweit an den Wert der Flüsse erinnert und das öffentliche Bewusstsein für sie erhöht werden. Ziel ist, den Schutz und die Nutzung der Gewässer so weit wie möglich in Einklang bringen. Gewässer sind Lebensraum für viele Pflanzen und Tiere, sie tragen damit zum Erhalt der biologischen Vielfalt bei.
Die Europäische Union führte im Jahr 2000 mit der Wasserrahmenrichtlinie eine umfassende Bewertung des ökologischen Zustandes der Flüsse und Bäche ein. Im Jahr 2021 wurden nur acht Prozent der deutschen Flüsse und Bäche in einen „guten“ oder „sehr guten“ ökologischen Zustand beziehungsweise ein „gutes“ ökologisches Potenzial eingestuft. In Sachsen befinden sich nur 6,6 Prozent der Fließgewässer in einem guten und 0,4 Prozent in einem sehr guten ökologischen Zustand. Die Situation hat sich in den letzten Jahren ein wenig gebessert.
Informationen zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie finden Sie unter Europäische Wasserrahmenrichtlinie in Sachsen - Wasser - sachsen.de
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