Buch-Tauschmarkt, Baumpflanzaktion und Sieger beim Energiesparen
63 schulische und außerschulische Bildungseinrichtungen aus ganz Sachsen wurden Ende Oktober für ihr Engagement im Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) ausgezeichnet. Die feierliche Ehrung fand im Rahmen des Vernetzungs- und Fortbildungstreffens des BNE-Lotsenprogramms in Dresden statt. Dieses Programm wird von der Landeskoordinierungsstelle BNE bei der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt (LaNU) gemeinsam mit ihren Kooperationspartnern umgesetzt.
Die Auszeichnung macht das vielfältige Engagement der BNE-Lotseneinrichtungen sichtbar und würdigt ihren Beitrag dazu, Bildung für nachhaltige Entwicklung langfristig in der sächsischen Bildungslandschaft zu verankern. Zugleich ist sie Anerkennung und Motivation, diesen Weg weiterzugehen. Die Urkunden und Auszeichnungsplaketten übergaben der Sächsische Staatsminister für Kultus, Conrad Clemens, und der Landtagsabgeordnete Gerald Eisenblätter (SPD).
„Wir leben in einer Zeit, die von globalen Krisen, gesellschaftlichen Umbrüchen und den Folgen des Klimawandels geprägt ist. Bildungseinrichtungen sind in solchen Zeiten wichtige Orte der Orientierung.“, betonte Clemens.
Auch Robert Clemen, Stiftungsdirektor der LaNU, unterstrich die Bedeutung des Engagements der Einrichtungen: „Die 63 ausgezeichneten Einrichtungen zeigen auf vielfältige Weise, wie Bildung für nachhaltige Entwicklung im Alltag lebendig werden kann. Ihr Engagement macht deutlich, dass nachhaltige Entwicklung dort beginnt, wo Menschen gemeinsam Ideen entwickeln und Veränderungen anstoßen. Die Sächsische Landesstiftung Natur und Umwelt möchte solche Prozesse unterstützen und dazu beitragen, BNE in der sächsischen Bildungslandschaft weiter zu stärken.“
Neben der Auszeichnung bot die Veranstaltung den Teilnehmenden aus Schulen, außerschulischen Bildungseinrichtungen und den begleitenden Servicestellen BNE vielfältige Möglichkeiten zur Begegnung, zum Austausch und zur Vernetzung. In verschiedenen Open Spaces brachten sie eigene Themen und Fragestellungen ein, teilten Erfahrungen und entwickelten gemeinsam neue Ideen. Im Mittelpunkt standen der Wissenstransfer, das gegenseitige Lernen und die Stärkung der Zusammenarbeit innerhalb des BNE-Lotsenprogramm-Netzwerks.
Drei Beispiele zeigen stellvertretend, wie vielfältig BNE an sächsischen Bildungseinrichtungen umgesetzt wird.
Gellert-Grundschule Leipzig
An der Gellert-Grundschule Leipzig werden komplexe Nachhaltigkeitsthemen kindgerecht und praxisnah vermittelt. Im Rahmen des regelmäßig stattfindenden „DO! DAY“ übernehmen die Schülerinnen und Schüler selbst Verantwortung und gestalten ihre Lernprozesse aktiv mit. So wurden beispielsweise Vogelhäuser aus Holz gebaut, ein müllsammelndes U-Boot entworfen, ein Tausch-O-Mat für Spielzeug eingerichtet und Insektenhotels aus wiederverwendeten Materialien hergestellt. Fachlich begleitet wurde die Schule von der Zukunftsakademie Leipzig e.V.
An der Pestalozzi-Oberschule Meißen steht der Whole Institution Approach (ganzheitlicher institutioneller Ansatz) im Mittelpunkt. BNE soll nicht nur in einzelnen Projekten, sondern langfristig in der gesamten Schule verankert werden. Ein Spendenlauf, eine Baumpflanzaktion und die Arbeit im Schulgarten sind Beispiele für das vielfältige Engagement. Zudem erreichte die Schule den ersten Platz beim Energiesparpreis Meißen. Begleitet wurde die Schule von arche noVa e.V.
Maria Merian Gymnasium Schkeuditz
Das Maria Merian Gymnasium Schkeuditz hat sich zum Ziel gesetzt, Bildung für nachhaltige Entwicklung stärker in die Lehrplanstrukturen zu verankern. Dafür entwickelte die Schule einen Nachhaltigkeitsleitfaden. Auch im Schulalltag wird BNE praktisch umgesetzt: So organisierte die Schulgemeinschaft einen Tauschmarkt für gebrauchte Schulbücher und führte ein Mülltrennsystem ein. Darüber hinaus erreichte die Schule den ersten Platz bei der Initiative STADTRADELN. Die fachliche Begleitung übernahm ebenfalls die Zukunftsakademie Leipzig e.V.