Lebensraumschutz für windkraftsensible Waldfledermäuse Auftaktveranstaltung für den sächsischen Teil des Verbundprojekts (NSchF-WFM-01)
Die Sächsische Landesstiftung Natur und Umwelt (LaNU) engagiert sich seit dem Frühjahr 2026 in einem bundesweiten Verbundprojekt zum Schutz von Waldfledermäusen. Gemeinsam mit neun Partnern aus Naturschutz und Wissenschaft arbeitet die LaNU daran, die Lebensräume dieser faszinierenden Waldbewohner zu bewahren und zu verbessern.
Im Fokus des Projekts stehen die Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus), die Bechsteinfledermaus (Myotis bechsteinii), die Rauhautfledermaus (Pipistrellus nathusii) und der Kleine Abendsegler (Nyctalus leisleri). Sie gelten als typische Waldfledermäuse und sind auf strukturreiche Waldbestände mit hohem Alt- und Totholzanteil angewiesen. Alle vier Arten kommen in Sachsen vor. Ihr Erhaltungszustand gilt laut aktuellem FFH-Bericht aus dem Jahr 2025 allerdings als unzureichend. Besonders in Ostsachsen liegen bislang nur wenige Nachweise der vier Zielarten vor. Gleichzeitig deuten aktuelle Modellierungen darauf hin, dass in einigen Regionen durchaus Quartierstandorte der Zielarten zu erwarten sind.
Der Staatsbetrieb Sachsenforst setzt bereits erfolgreich Maßnahmen zum Schutz von Waldfledermäusen um. Im Rahmen eines Naturschutzprogrammes wurden inzwischen etwa 10 Prozent der Staatswaldflächen dauerhaft aus der Nutzung genommen. Diese Naturwaldflächen bieten Waldfledermäusen einen wertvollen Rückzugsraum. Da der Staatsbetrieb jedoch nur einen Teil der sächsischen Waldflächen bewirtschaftet, ist eine breite Zusammenarbeit essentiell. Das Projekt sieht daher weitere Kooperationen mit Kommunen, Kirchenorganisationen und privaten Waldbesitzenden vor.
Im Dialog mit Waldbesitzenden wird angestrebt, Lösungen zu finden, die Naturschutz und Forstwirtschaft miteinander vereinen. Schulungen, Exkursionen, Fachtagungen sowie praxisnahe Arbeitshilfen sollen den Schutz von Fledermäusen in die Fläche tragen und zu einer gängigen Praxis machen. Ziel ist zudem der Aufbau eines Netzwerks aus Naturschutz, Forstwirtschaft und Wissenschaft, welches die Grundlage für langfristige Zusammenarbeit auch über die Projektlaufzeit hinaus schafft.
Das Verbundprojekt wird von 2026 bis 2031 im Rahmen des Nationalen Artenhilfsprogramms (nAHP) durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) gefördert.
Zielstellung
Projektziele in Sachsen:
- Erfassung von Quartieren und weiteren Lebensräumen der Zielarten durch Recherche und Felduntersuchungen
- Umsetzung von Good-Practice Maßnahmen zum Lebensraumschutz der Zielarten in unterschiedlichen Waldeigentumsformen
- Durchführung von Informations- und Fortbildungsveranstaltungen für Waldbesitzende und Waldbewirtschaftende
- Aufbau eines Netzwerkes zur Verstetigung von Schutzmaßnahmen auch über das Projektende hinaus
Teilnahmevoraussetzung
Die Teilnahme an der Auftaktveranstaltung ist entgeltfrei, eine Anmeldung ist bis zum 17.11.2026 möglich.
Die Teilnehmerzahl ist auf 40 Personen begrenzt.
Die Veranstaltung richtet sich an Vertreterinnen und Vertreter aus Forstwirtschaft, Behörden, Naturschutz und Wissenschaft sowie Waldbesitzende.
Hinweise
Veranstaltungsort:
Deutsches Brennstoffinstitut (DBI)
Halsbrücker Straße 34
09500 Freiberg
Parkmöglichkeiten sind vorhanden.
Programm:
| 09:00 Uhr | Begrüßung Robert Clemen, LaNU |
| 09:05 Uhr | Vorstellung des Verbundprojekts Waldfledermäuse Manuel Göbel, LaNU |
| 09:20 Uhr | Aktueller Status der Zielarten in Sachsen Dr. Ulrich Zöphel, LfULG |
| 09:50 Uhr | Der Schutz unserer Waldfledermäuse Thomas Frank, ChiroPlan |
| 10:30 Uhr | Kaffeepause | Transfer nach Niederschöna (Treffpunkt Exkursion) |
| 11:15 Uhr | Exkursion: Quartiere der Mopsfledermaus im Tharandter Wald Marco Roßner, hochfrequent GbR |
| 12:15 Uhr | Ende der Veranstaltung |