Neuer Lebensraum für Rotbauchunke und Kammmolch in den Kulkwitzer Lachen
Wer heute an den Kulkwitzer Lachen bei Markranstädt unterwegs ist, kann beobachten, wie sich die Landschaft langsam verändert. Wo sich in den vergangenen Jahren immer mehr Gehölze ausgebreitet und offene Flächen verdrängt haben, entsteht nun wieder ein Lebensraum, der seltenen Amphibien zugutekommt.
Im Mittelpunkt stehen dabei zwei besondere Arten: die Rotbauchunke mit ihrem auffälligen roten Bauch und der Kammmolch, einer der größten heimischen Molche. Beide sind auf strukturreiche, offene Landschaften mit geeigneten Rückzugsorten angewiesen – genau solche Bedingungen wurden hier geschaffen.
Schritt für Schritt zurück zur offenen Landschaft
Damit die Natur möglichst wenig gestört wird, wurden die Arbeiten in zwei Etappen umgesetzt. Zunächst ging es in den Herbst- und Wintermonaten 2024/25 darum, die weiter vom Wasser entfernten Bereiche freizustellen. Damit konnten empfindlichere Uferzonen geschont werden. Gleichzeitig entstanden an vier ausgewählten Stellen neue Rückzugsorte für Amphibien und Reptilien – kleine, gut geschützte Bereiche, geeignet als Sommer- wie auch Winterquartier.
In einem zweiten Schritt, im Winter 2025/26, wurden dann auch die gewässernahen Weidengehölze gerodet. Insgesamt konnten so über sechs Hektar zugewachsene Flächen wieder in eine offenere Landschaft überführt werden. Auch unerwünschte, nicht heimische Baumarten – wie der invasive Eschenahorn – wurden dabei entfernt.
Rücksicht auf die Tierwelt
Bei allen Arbeiten wurde darauf geachtet, die Eingriffe so schonend wie möglich zu gestalten. Die Maßnahmen wurden zeitlich abgestimmt und von Fachleuten begleitet, um Tiere möglichst wenig zu stören und ihre Lebensräume zu erhalten.
Damit es so bleibt
Nach der Umsetzung ist die Arbeit nicht beendet. Damit die Flächen ein Ort für Amphibien bleiben, an dem sie sich wohl fühlen, werden sie weiterhin regelmäßig kontrolliert und gepflegt. Unterstützt wird dies unter anderem durch lokale Naturschutzakteure wie den NABU. Auch eine behutsame Beweidung hilft dabei, dass die Landschaft nicht erneut zuwächst.
Ein Blick nach vorn
In Zukunft sollen die weiteren Lachen ebenfalls revitalisiert werden – manche davon möglichst nur zeitweise wasserführend, denn gerade solche abwechslungsreichen Habitate sind für Amphibien besonders wertvoll und bieten die Chance für eine wachsende Population.
In den Kulkwitzer Lachen soll Schritt für Schritt wieder ein vielfältiger, lebendiger Lebensraum für seltene Arten entstehen – und ein spannender Ort, an dem sich Naturentwicklung direkt beobachten lässt.
Dank
Dieses Projekt der Landesstiftung für Natur und Umwelt (LaNU) wurde nach der Förderrichtlinie Natürliches Erbe des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft (FRLNE/2023) im Rahmen der ELER-Förderung der Europäischen Union gefördert. Das Vorhaben wird von der Landschaftspflege des NABU Landesverband Sachsen e.V. als Projektpartner begleitet.
Weiterführende Links
Hier finden Sie Informationen zu den Kulkwitzer Lachen
Flächen Detail | Sächsische Landesstiftung Natur und Umwelt | lanu.de