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  • Grüne Infrastruktur

Management von grüner Infrastruktur in Mitteleuropas Landschaften

Das heißt: multifunktionale Gebiete, in denen naturverträgliche Landnutzungsformen ineinandergreifen können, um Bewirtschaf- tungskombinationen zu ermöglichen, die in ein und demselben Raum mehrere Landnutzungsformen(z. B. Nahrungsmittelerzeugung und Freizeitaktivitäten) zulassen.

Sowie: Pufferzonen, die nachhaltig bewirtschaftet werden und dazu beitragen, die Qualität der Umwelt im Allgemeinen und die Durchläs-sigkeit der Landschaft im Interesse der Artenwanderung zu verbes-sern, beispielsweise durch artenverträgliche Landbewirtschaftung.


- künstliche Elemente wie Grüntunnel oder Grünbrücken, Fischleitern oder Gründächer, die die Ökosystemdienstleistungen verbessern bzw. die Wanderung von Tierarten erleichtern.


- Kernlebensräume von hohem Naturschutzwert wie Natura-2000-Schutzgebiete, die als GI- Knotenpunkte fungieren; 


- Kernlebensräume außerhalb von Schutzgebieten mit großen, intakten und funktionsfähigen Ökosystemen;


- renaturierte Lebensräume wie renaturierte Röhrichtbiotope oder Wildblumenwiesen, die dazu beitragen, bestehende Naturgebiete wieder zu vernetzen oder zu verbessern;


- natürliche Landschaftselemente wie kleine Wasserläufe, Weiher, Hecken- und Waldstreifen, die als Ökokorridore oder Trittsteine für wildlebende Arten dienen.

Quelle: European Commission (2013): Building a Green Infrastructure for Europe

Steckbrief Projekt                                                             

Projekttitel: MaGIC Landscapes - Management von grüner Infrastruktur in Mitteleuropas Landschaften

Projektbeschreibung

MaGICLandscapes bietet politischen Entscheidungsträgern, Landnutzern und Gemeinden Informationen und Instrumente für die Verbesserung der grünen Infrastruktur.


Grüne Infrastruktur bezeichnet ein strategisch geplantes Netz aus natürlichen und naturnahen Flächen und anderen Landschaftselementen. Das gleichnamige Konzept beabsichtigt, das vorhandene Naturkapital besser in Wert zu setzen und den Beitrag von intakten, vielfältigen Grünräumen für die Entwicklung des Gemeinwohls zu optimieren. Der Schutz der grünen Infrastruktur ist eine Schlüsselstrategie der Europäischen Landschaftskonvention.


MaGICLandscapes stellt Handlungsstrategien, Aktionspläne und Instrumente für den Schutz und die nachhaltige Nutzung des Naturerbes zur Verfügung und wendet diese in regionalen Pilotprojekten gezielt an. Zusätzlich schaffen vor Ort und online Weiterbildungsmaßnahmen noch während der Projektlaufzeit die Voraussetzungen für eine langfristige Verbesserung und ein effizientes Management von grüner Infrastruktur.

Die folgenden drei Instrumente stellen die Datenbasis für die Entscheidungsfindung und Strategieentwicklung zur Verfügung:

  • Handbuch für konzeptionelle und theoretische Grundsätze der Analyse von grüner Infrastruktur, Begriffe und Definitionen
  • Regionale Karten der grünen Infrastruktur für jede Modellregion
  • Karten und statistische Grundlagendaten für jede Modellregion hinsichtlich der Funktionalität und Ökosystemleistungen der vorhandenen grünen Infrastruktur

Die weiteren drei Instrumente stellen die Verfahren zur Beurteilung auf transnationaler, regionaler und lokaler Ebene zur Verfügung und unterstützen die Entscheidungsfindung:

  • Handbuch für die (transnationale) Analyse grüner Infrastruktur
  • Handbuch für die Analyse der Funktionalität von grüner Infrastruktur
  • Handbuch für die Erstellung von Handlungsstrategien und Aktionspläne

Die Strategien und Aktionspläne stehen im Einklang mit der jeweiligen nationalen, regionalen und lokalen räumlichen Planung. Sie werden in enger Zusammenarbeit mit lokalen Akteuren entwickelt und im Rahmen von Pilotaktivitäten in den folgenden Modellregionen beispielhaft erprobt:

  • Dreiländereck Deutschland, Tschechien, Polen
  • Nationalpark Riesengebirge, Tschechien
  • Nationalpark Riesengebirge, und Polen
  • Region Gaya (Kyjov), Tschechien
  • Östliches Waldviertel und westliches Weinviertel, Österreich
  • Nationalpark Thayatal, Österreich
  • Poebene im Piemont, Italien
  • Umgebung von Chieri bei Turin, Italien
  • Dübener Heide, Deutschland

Die Sächsische Landesstiftung Natur und Umwelt wird in Kooperation mit dem Naturpark und dem gleichnamigen Verein die Modellregion Dübener Heide bearbeiten. 


Mit seiner beispiellosen Bürgerbeteilung und Bürgerengagement ist die Dübener Heide ein Leuchtturm und Lernbeispiel für ganz Zentraleuropa und darüber hinaus.

Projektpartner

Zehn Projektpartner aus fünf mitteleuropäischen Ländern arbeiten zusammen, um die Entwicklung und das Management von grüner Infrastruktur  und deren Naturkapital zu verbessern sowie den Beitrag von wertvollen Grünräumen für die Entwicklung des Gemeinwohls und damit für die Bewahrung einer hohen Lebensqualität zu optimieren.

  • Deutschland: Technische Universität Dresden (Leadpartner), Sächsische Landesstiftung Natur und Umwelt und Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung
  • Italien: Metropole Turin und Italienische Agentur für neue Technologien, Energie und Nachhaltige Entwicklung
  • Österreich: Nationalpark Thayatal und Universität Wien
  • Tschechien: Nationalpark Riesengebirge und Silva Tarouca Forschungsinstitut für Landschafts- und Ziergartenbau
  • Polen: Nationalpark Riesengebirge

Projektlaufzeit: Juli 2017 – Juni 2020

Projektfinanzierung

Das Projekt MaGICLandscapes wird vom INTERREG CENTRAL EUROPE Programm 2014-2020 aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) gefördert. Das Förderprogramm unterstützt die länderübergreifende Zusammenarbeit von öffentlichen und privaten Organisationen mit dem Ziel, die Städte und Regionen in Deutschland, Italien, Österreich, Polen, Tschechien, Ungarn, der Slowakei und in Slowenien zukunftsfähig zu machen.

Kathrin Uhlemann

Riesaer Str. 7
01129 Dresden

+49 (351) 814 16 618
+49 (0)351 - 814 16 666
E-Mail-Kontakt

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