Zu Gast bei Zauneidechse, Wildbienen und Erdkröte
Am heutigen Donnerstag, dem 2. Juli, treffen sich die Amtschefs der B-Länder-Kultusministerien im Rahmen ihrer rotierenden Treffen in Meißen. Ein besonderer Programmpunkt dabei ist der Besuch des ökologischen Weinbergs der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt (LaNU). Sie möchten das wegweisende Projekt, das ökologischen Weinbau, Projektunterricht eines Landesgymnasiums und erfolgreichen Artenschutz in der Stadt vereint, näher kennenlernen. Der Besuch soll die Lenker der Ministerien anregen, an den Erfahrungen der LaNU teilzuhaben und ähnlich strukturierte Vorhaben in ihrem Wirkungsbereich umzusetzen.
Die ehemals verwilderten Flächen unterhalb der Burg Meißen wurden von der LaNU 2006 erworben. Mit dem Erwerb sendete die LaNU klare Signale für mehr ökologischen Weinbau in Sachsen, mehr Angebote der Umweltbildung und für mehr Naturschutz in der Stadt aus. Die Sanierung des Weinbergs ist zudem ein nachhaltiger Beitrag zum Erhalt und Wiederherstellung des natürlichen und kulturellen Erbes der Weinbaulandschaft im Elbtal. Zugleich wurde das Stadtbild von Meißen aufgewertet. Im Jahr 2010 startete die aufwendige Sanierung des Weinbergs. Schon 2012 konnten die ersten Rebstöcke gesetzt werden. 2014 erfolgte die erste Weinlese. Schüler des Landesgymnasiums St. Afra bewirtschaften mit Unterstützung der Stiftung Hoflößnitz engagiert den Weinberg. Die Ernte wird im Weingut der Stiftung in Radebeul gekeltert.
Die LaNU entschied sich ganz bewusst für eine ökologische Bewirtschaftung der Flächen mit den stress- sowie pilztoleranten Rebsorten Johanniter (weiß) und Regent (rot). So konnte der Pestizideinsatz deutlich reduziert werden. Das ist eine Vorraussetzung für eine vielfältige Biodiversität.
„Mit dem ökologischen Weinberg in Meißen haben wir ein Vorhaben von großer Strahlkraft geschaffen. Hier zeigen wir ganz praktisch, dass ökologischer Weinbau und Schutz der Artenvielfalt Hand in Hand gehen können“, so Robert Clemen, Stiftungsdirektor der LaNU. „Nachmachen ist ausdrücklich erwünscht. Es gibt deutschlandweit immer noch viel zu wenig ökologischen Weinbau. Und ich darf sagen: Der gekelterte Wein schmeckt prima“, ergänzt der Stiftungsdirektor.
Hintergrund
Heute hat sich auf dem Burgberg eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt angesiedelt. Forscher der TU Bergakademie Freiberg haben hier 282 Tier- und 136 Pflanzenarten nachgewiesen.
Zwischen den Rebzeilen blühen für einen Weinberg typische Kräuter und Gräser. Auf den Trockenmauern tummeln sich Zauneidechsen. Außerdem bieten sie vielen Insekten, wie den Wildbienen, einen geeigneten Lebensraum. So erfolgte der Nachweis von über 39 Wildbienenarten. Und in den kühl-feuchten Hohlräumen der Mauern findet auch die Erdkröte ihre Nahrung.
Die LaNU hat für den Weinberg in der Domstadt Infotafeln aufgestellt. Diese befassen sich mit den Themenbereichen: „Ökologischer Terrassenweinberg und Weinbau“, „Biotope im Weinberg“, „Standort, Boden und Klima“, „Tiere im Weinberg“ und „Pflanzen im Weinberg“.
Im Freistaat Sachsen hat in den letzten Jahren der Anteil des ökologischen Weinbaus stark zugenommen. Heute werden nach Angaben des sächsischen Landwirtschaftsministeriums achtzehn Prozent seiner Rebfläche (523 Hektar) ökologisch bewirtschaftet.
Unser Weinbergprojekt finanzieren wir teilweise über Spenden und Patenschaften (siehe: Beitrag Details | #Weinstock-Patenschaft | lanu.de)
Weitere Infos zum Weinberg auf: www.burgberg-meissen.de
Möchten Sie mehr über unsere Stiftung erfahren, dann schauen Sie bitte auf unsere Homepage www.lanu.de.
Kontakt Presse
Sächsische Landesstiftung Natur und Umwelt
Tomas Brückmann
Tomas.Brueckmann@lanu.sachsen.de
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